Bushaltestelle für Demenzkranke
Mitten in unserem neu angelegten Garten steht eine Bushaltestelle, komplett mit Fahrplan und hölzerner Bank. An dieser Stelle hält jedoch kein Bus und das verwundert zunächst viele Besucher unseres Hauses.
Diese Haltestelle ist für unsere demenzkranken Bewohner geschaffen, die intensiv in der eigenen Vergangenheit leben und zeitweise sehr unruhig sind.
Menschen mit Demenz haben oft den Wunsch, an Orte ihrer Erinnerung zu fahren. Sie möchten Verwandte besuchen, Kinder von der Schule abholen und sind getrieben von dem, was früher erledigt werden musste. Mit Erklärungen über das Hier und Jetzt können Sie nicht erreicht werden, im Gegenteil, die innere Unruhe würde sich verstärken. Sie wollen aktiv sein und nicht beruhigt werden.

Hier setzt unsere Hilfe ein: wir nehmen ihre Gefühle ernst. Wir machen ihnen Mut, aktiv zu werden und begleiten sie zur Haltestelle, damit sie in ihre Vergangenheit reisen können. Dort warten wir auf der Bank gemeinsam auf den Bus. Die Demenzkranken fühlen sich in ihrer eigenen Erinnerungswelt sicher und von uns verstanden.
Beim Blick auf Werbeplakate aus der „guten alten Zeit“, die an der Haltestelle hängen, kommt manches Gespräch in Gang. Da ein Hauptmerkmal von Demenz der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses ist, vergessen die Kranken oft nach kurzer Zeit ihren Wunsch, wegzufahren. Sie werden liebevoll wieder ins Haus begleitet und sind für diesen Moment zufrieden.
Ihre Gefühle sind von uns ernst genommen worden, die innere Unruhe verschwindet. So können sie ihre Ruhe wieder finden und fühlen sich im Landhaus im Laspert sicher- zu Hause.






